Hintergrund

Von Tobias Thelen & Carola Kruse, Zentrum virtUOS, Universität Osnabrück

Was ist eigentlich ein Wiki?

Wikipedia kennt heutzutage fast jeder. Eine Enzyklopädie, ein Online-Lexikon, an dem jeder mitschreiben kann. Also: Keine bezahlten Autoren, die sich anerkanntermaßen gut auskennen mit dem Thema, über das sie schreiben. Sondern eine Horde selbsternannter Experten, die einfach drauf losschreiben. Wie kann das gutgehen? Wikis setzen auf so etwas wie "kollektive Intelligenz". Wenn jemand Unfug schreibt, Unvollständiges oder Verwirrendes, kann der nächste hingehen und es verbessern. Auf diese Weise entstehen gemeinsame Werke, bei denen der Einfluss des Einzelnen zwar spürbar, wichtig und impulsgebend ist, aber gefiltert wird.

Das ist die klassische Wiki-Sicht: Jeder Leser ist auch Autor. Die Technik ist schon über 10 Jahre alt und hat sich im Internet langsam aber sich überall dort durchgesetzt, wo Mehrere gemeinsam und ohne große technische Hürden an Texten arbeiten sollen und wollen. Inzwischen werden Wikis oft auch eingesetzt, ohne gleich die große Öffentlichkeit im Blick zu haben und jeden zum Mitarbeiten einzuladen. Am anderen Ende des Spektrum steht damit die Werkzeug-Sicht: Wikis als bequemes und effizientes Werkzeug, um gemeinsam Texte und Webseiten zu produzieren und zu aktualisieren.

Wikis im pädagogischen Einsatz

Seit 1999 setzen wir Wikis in Lehrveranstaltung der Uni Osnabrück ein. Vor allem da, wo Lernende zur Zusammenarbeit bewegt werden sollen, gemeinsam Arbeitsergebnisse nicht nur produzieren, sondern auch diskutieren, verbessern, austauschen, weiterverwenden und veröffentlichen sollen. Dabei hat es sich - wie oben erwähnt - als besonders hilfreich erwiesen, dass ein Wiki die Änderungen der einzelnen Autoren nachvollziehen kann und keine Inhalte verloren gehen. Egal wer an welcher Stelle des Wikis etwas bearbeitet: Der Autor lässt sich identifizieren und herausgelöschte oder bearbeitete Texte oder Bilder sind in der Versionsgeschichte nachvollziehbar.

So ist gewährleistet, dass alle Autoren die gleichen Möglichkeiten haben. Man kann sich für Wikifelder im schulischen und universitären Umfeld verschiedenste Einsatzszenarien denken:

  • Fach- oder Studienarbeiten in der Gruppe oder auch alleine verfassen
  • Gruppenarbeiten gemeinsam lösen und klassen-/schulintern oder auch öffentlich präsentieren
  • ein Projekt nach außen präsentieren und/oder gewährleisten, dass alle Beteiligten von überall her auf die Inhalte zugreifen können
  • klassen- und schulübergreifende Projekte einfach managen
  • eine Schülerzeitung erstellen
  • ... und vieles mehr

Die »Wiki-Farm« des Medienzentrum

Jedes Projekt verdient sein eigenes Wiki. Daher hat das Medienzentrum Osnabrück seine eigene Wikifarm, von der aus beliebig viele Wikis erzeugbar sind. Jede Schule kann sich hier anmelden und nach der Freischaltung Wikifelder anlegen. Jedes Wikifeld kann dann für seine jeweilige Aufgabe gestaltet und strukturiert werden.

Um dies noch einfacher und übersichtlicher zu machen, haben wir vom Zentrum virtUOS verschiedene Skins zur Auswahl gestellt. So legen Sie das Aussehen des Wikifeldes fest und können nachträglich noch Titel, ggf. den Untertitel oder eben die Struktur verändern.

Literatur und Links zum Weiterlesen

https://www.virtuos.uni-osnabrueck.de/dienstleistungen/externe/wikis_an_schulen.html

Tobias Thelen, Clemens Gruber (2005): Textproduktions- und Kommunikationsprozsse in WikiWikiWebs. In: Huneke, Hans-Werner (Hrsg.): Geschriebene Sprache: Strukturen, Erwerb, Modellbildung. Weinheim: Deutscher Studienverlag.

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